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Guide · ca. 10 Min.

Cybermobbing

Sofort-Schritte für Kinder und Jugendliche — und ruhige, klare Hilfe für Eltern.

Outcome: Sofortplan, Beweise sichern, Kinder- und Elternpfad sowie passende Hilfe-Angebote.

Who it's for: Betroffene, Eltern und Bezugspersonen · Last reviewed: 2026-07-13

This guide offers general educational guidance. It does not replace medical, psychological, legal or emergency assistance.

Was Cybermobbing ist

Cybermobbing bedeutet, dass eine Person über digitale Kanäle wiederholt verletzt, bedroht, ausgeschlossen oder bloßgestellt wird.

Das kann zum Beispiel sein:

  • beleidigende oder bedrohende Nachrichten
  • peinliche Bilder oder Videos
  • Fake-Accounts
  • Ausschluss aus Gruppen
  • Verbreitung von Gerüchten
  • wiederholtes Markieren oder Kommentieren
  • Angriffe in Online-Spielen
  • Veröffentlichung persönlicher Informationen

Ein einzelner Streit ist nicht immer Cybermobbing. Besonders ernst wird es bei Wiederholung, gezielter Bloßstellung, Drohungen, Erpressung oder einem deutlichen Machtungleichgewicht.

Jetzt tun

Die ersten fünf Schritte

  1. 1

    Nicht sofort antworten

    Reagiere nicht im Affekt. Eine wütende Antwort kann die Situation verschärfen oder weiterverbreitet werden.

  2. 2

    Beweise sichern

    Speichere Screenshots, Nutzernamen, Links, Datum und Uhrzeit.

  3. 3

    Blockieren und melden

    Nutze die Melde- und Blockierfunktionen der Plattform.

  4. 4

    Einer Vertrauensperson erzählen

    Sprich mit einem Elternteil, Lehrer oder einer anderen erwachsenen Vertrauensperson.

  5. 5

    Hilfe holen

    Bei Drohungen, Erpressung, sexuellen Bildern oder großer Angst sofort professionelle Hilfe suchen.

WARNUNG

Bitte nicht

  • nicht öffentlich zurückbeleidigen
  • nicht alles löschen, bevor Beweise gesichert sind
  • Screenshots nicht unnötig weiterleiten
  • nicht sofort die andere Familie kontaktieren
  • nicht ohne Rücksprache im Namen des Kindes posten
  • das Smartphone nicht automatisch als erste Reaktion wegnehmen
  • dem Kind nicht die Schuld geben

Für Eltern und Bezugspersonen

Die erste Reaktion entscheidet oft, ob das Kind weiter erzählt.

1

Ruhig bleiben

Zeigen Sie möglichst keine Panik oder Wut. Das Kind beobachtet Ihre Reaktion sehr genau.

2

Danken

Zeigen Sie, dass Ehrlichkeit willkommen ist.

„Danke, dass du mir das zeigst.“

3

Nicht sofort bestrafen

Ein sofortiger Geräteentzug kann dazu führen, dass das Kind zukünftige Probleme verheimlicht.

4

Situation verstehen

Stellen Sie ruhige, offene Fragen.

  • Seit wann passiert das?
  • Wer ist beteiligt?
  • Gibt es Drohungen?
  • Wurden Bilder geteilt?
  • Passiert es auch in der Schule?
  • Was brauchst du jetzt von mir?
5

Gemeinsam handeln

Beweise sichern, blockieren, melden und gegebenenfalls Schule oder Polizei einbeziehen.

6

Nachfassen

Sprechen Sie innerhalb von 24–48 Stunden erneut mit dem Kind.

Guter Einstieg

„Du bekommst keinen Ärger. Ich möchte verstehen, was passiert ist und dir helfen.“

Zum Gesprächsleitfaden

Für Kinder und Jugendliche

Du bist nicht allein. Du hast das Recht, Hilfe zu bekommen.

1Nicht sofort antworten

Du musst nicht sofort reagieren. Eine Pause schützt dich oft besser als eine schnelle Antwort.

2Beweise sichern

Mach Screenshots mit Datum, Uhrzeit und Namen. Lösche nichts, bevor du Beweise hast.

3Account blockieren und melden

Nutze Blockieren und Melden in der App. Du darfst dich schützen.

4Vertrauensperson holen

Erzähl es einer Person, der du vertraust — Eltern, Lehrkraft oder eine andere erwachsene Person.

5Sofort Hilfe holen, wenn du bedroht wirst oder Angst hast

Bei Drohungen, Erpressung, sexuellen Bildern oder großer Angst: hol dir sofort Hilfe.

Du bekommst keinen Ärger dafür, dass jemand dich beleidigt, bedroht oder unter Druck gesetzt hat.

Wenn du nicht mit deinen Eltern sprechen möchtest, kannst du auch mit einer Lehrkraft, Schulsozialarbeit, Beratungsstelle oder Hilfe-Linie sprechen.

Beweise sichern

Screenshots, Nutzernamen, Links, Datum und Uhrzeit sichern.

Speichere oder dokumentiere:

  • vollständige Screenshots
  • Profilnamen und Profil-Links
  • Datum und Uhrzeit
  • Gruppen- oder Kanalnamen
  • Nachrichtenverlauf
  • Drohungen
  • Bilder oder Videos
  • bereits erfolgte Plattformmeldungen

Wichtig:

  • Screenshots möglichst nicht so beschneiden, dass wichtige Informationen verloren gehen
  • Beweise nicht öffentlich posten
  • Beweise nur mit Personen oder Stellen teilen, die bei der Klärung helfen
  • bei sexualisierten Inhalten Minderjähriger nichts unnötig speichern oder weiterleiten; offizielle Meldestellen nutzen

Sofort Hilfe holen, wenn

  • körperliche Gewalt angedroht wird
  • jemand Wohnort oder Schule kennt und Druck ausübt
  • intime Bilder verbreitet oder angedroht werden
  • Geld verlangt wird
  • ein Treffen erzwungen oder verlangt wird
  • Selbstverletzung oder Suizid erwähnt wird
  • ein Erwachsener das Kind sexuell kontaktiert
  • das Kind große Angst hat oder sich nicht sicher fühlt

Was passiert danach?

  • Prüft gemeinsam, ob das Konto geschützt ist.
  • Fragt nach 24–48 Stunden erneut nach.
  • Informiert die Schule, wenn Mitschüler beteiligt sind.
  • Beobachtet Schlaf, Angst, Rückzug und Schulvermeidung.
  • Holt professionelle Unterstützung, wenn die Belastung anhält.
  • Dokumentiert, welche Maßnahmen bereits ergriffen wurden.

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