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GUIDE · CA. 8 MIN.

Sextortion

Nicht zahlen. Keine weiteren Bilder senden. Hilfe holen — ohne Schuldgefühle.

Ergebnis: Ein klarer Sofortplan für Betroffene und Eltern, inklusive Beweissicherung, Meldung und Hilfe-Angeboten.

Für Betroffene, Eltern und BezugspersonenZuletzt geprüft: 2026-07-14

Was Sextortion ist

Sextortion ist Erpressung mit intimen oder sexualisierten Bildern, Videos oder Informationen.

Die Täter drohen zum Beispiel damit, Inhalte zu veröffentlichen oder an Freunde, Familie oder Schule zu senden, wenn die betroffene Person:

  • Geld zahlt
  • weitere Bilder oder Videos sendet
  • den Kontakt fortsetzt
  • sexuelle Handlungen ausführt
  • andere Forderungen erfüllt

Sextortion kann über Social Media, Messenger, Gaming-Plattformen, Videochats oder Fake-Accounts beginnen.

Auch wenn ein Bild freiwillig gesendet wurde, ist die Erpressung nicht die Schuld des Kindes. Die erpressende Person begeht die Tat.

Jetzt tun

1

Nicht zahlen

Zahlungen stoppen die Erpressung häufig nicht. Täter können danach mehr Geld oder weitere Inhalte verlangen.

2

Keine weiteren Bilder senden

Weitere Inhalte geben dem Täter mehr Druckmittel.

3

Kontakt nicht weiterführen

Nicht verhandeln, provozieren oder versuchen, den Täter selbst zu überführen.

4

Account melden und blockieren

Nutze die Sicherheitsfunktionen der Plattform. Blockiere den Account, nachdem wichtige Informationen gesichert wurden.

5

Hilfe holen

Erzähle es sofort einer erwachsenen Vertrauensperson. Du musst das nicht allein lösen.

6

Professionell melden

Nutze offizielle Meldestellen, Polizei oder anerkannte Kinderschutzdienste.

Für Eltern und Bezugspersonen

Die erste Reaktion entscheidet oft, ob das Kind vollständig erzählt und weitere Hilfe annimmt.

1

Ruhig bleiben

Sichtbare Wut, Panik oder Schock können dazu führen, dass das Kind Informationen zurückhält.

2

Danken

Zeigt, dass Hilfeholen richtig ist.

„Danke, dass du mir das sagst. Du bist nicht schuld. Wir kümmern uns jetzt gemeinsam darum.“

3

Nicht beschämen

Vermeidet Vorwürfe und sofortige Strafen.

  • „Wie konntest du nur?“
  • „Das ist deine eigene Schuld.“
  • „Warum hast du überhaupt ein Bild geschickt?“
  • „Jetzt ist dein Handy weg.“
4

Sicherheit prüfen

Klärt zuerst, wie akut die Gefahr ist.

  • Droht die Person mit Gewalt?
  • Kennt sie Adresse oder Schule?
  • Wurde bereits etwas veröffentlicht?
  • Wurde Geld gezahlt?
  • Hat das Kind Angst, sich selbst etwas anzutun?
  • Gibt es ein geplantes Treffen?
5

Beweise und Konten sichern

Sichert Nachrichten, Nutzernamen, Links, Zeitpunkte, Zahlungsinformationen und Plattformmeldungen. Verändert nicht unnötig die Geräte oder Konten, bevor professionelle Stellen beraten haben.

6

Professionelle Hilfe holen

Meldet die Erpressung über offizielle Plattformwege, anerkannte Kinderschutzstellen und gegebenenfalls die Polizei.

Zum Gesprächsleitfaden

Bitte nicht

  • nicht zahlen
  • keine weiteren Bilder senden
  • nicht weiter verhandeln
  • den Täter nicht selbst bedrohen
  • nicht öffentlich posten
  • das Kind nicht beschämen
  • das Gerät nicht sofort komplett wegnehmen
  • Nachrichten oder Profil nicht löschen, bevor wichtige Informationen gesichert sind
  • sexuelle Bilder nicht unnötig herunterladen, kopieren oder weiterleiten

Beweise sicher sichern

Save or document:

  • Nutzername
  • Profil-Link
  • Plattform
  • Datum und Uhrzeit
  • Drohungen
  • Geldforderungen
  • Zahlungsdaten oder Empfänger
  • Nachrichtenverlauf
  • bereits erfolgte Meldungen
  • bekannte E-Mail-Adressen oder Telefonnummern

Nachrichten, Links und Kontodaten können wichtig sein. Sexualisierte Bilder von Minderjährigen sollten nicht unnötig heruntergeladen, kopiert oder weitergeleitet werden. Nutzt offizielle Meldestellen und folgt deren Anweisungen.

Nicht vorschnell das komplette Profil oder den Nachrichtenverlauf löschen. Solche Informationen können für Meldung und Ermittlungen hilfreich sein.

Melden und Inhalte entfernen lassen

Offizielle Dienste können bei Meldung, Beweissicherung und Entfernung verbreiteter Bilder helfen.

Entfernung kann nicht garantiert werden. Nutzt dennoch anerkannte Dienste und Plattform-Meldewege.

In den USA kann der NCMEC-Dienst Take It Down helfen, die Verbreitung expliziter Bilder zu begrenzen, die vor dem 18. Geburtstag entstanden sind — ohne dass das Bild an NCMEC hochgeladen werden muss. Nutzt nur den offiziellen Dienst sowie die CyberTipline.

Sofort professionelle Hilfe holen, wenn

  • Gewalt angedroht wird
  • Wohnort oder Schule bekannt sind
  • ein Treffen verlangt oder geplant wird
  • Bilder bereits verbreitet wurden
  • hohe Geldforderungen oder wiederholte Zahlungen vorkommen
  • ein Erwachsener ein Kind sexuell kontaktiert
  • das Kind panisch, verzweifelt oder nicht mehr ansprechbar wirkt
  • Selbstverletzung oder Suizid erwähnt wird

Was danach wichtig ist

  • Passwörter ändern
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren
  • verbundene Geräte und Apps prüfen
  • blockierte Konten dokumentieren
  • Zahlungskarten oder Konten prüfen
  • Schule informieren, wenn das Umfeld betroffen ist
  • emotionale Unterstützung organisieren
  • nach 24–48 Stunden erneut mit dem Kind sprechen
  • weitere Kontaktversuche dokumentieren

Es kann dauern, bis die Situation vollständig geklärt ist. Das Kind sollte währenddessen nicht allein gelassen oder für die Erpressung verantwortlich gemacht werden.

Weiterführende Guides

Dieser Guide bietet allgemeine Bildungsinformationen. Er ersetzt keine medizinische, psychologische, rechtliche oder Notfallhilfe.