CHECKLISTE · CA. 15 MIN.
Der erste Social-Media-Account
Gemeinsam prüfen, sicher einrichten und nach 30 Tagen erneut besprechen.
Ergebnis: Eine persönliche Start-Checkliste mit Einstellungen, Familienregeln und Rückblick-Termin.
Der erste Social-Media-Account ist mehr als nur ein neues Profil.
Kinder und Jugendliche begegnen dort Freunden, Trends, Videos, Nachrichten, Kommentaren, unbekannten Kontakten und öffentlicher Aufmerksamkeit.
Dieser Guide hilft euch, gemeinsam zu entscheiden, ob der Zeitpunkt passt, ein Konto bewusst einzurichten und klare Regeln für Nachrichten, Bilder, Kontakte, Käufe und Hilfeholen festzulegen.

Was ihr am Ende erreicht
Nach diesem Guide habt ihr:
- geprüft, ob Kind und Familie bereit sind
- eine passende Plattform bewusst ausgewählt
- Altersanforderungen und Kontomodell geprüft
- Privatsphäre, Nachrichten und Kontakte eingerichtet
- Regeln für Fotos, Posts, Käufe und Hilfeholen besprochen
- einen Termin für die 30-Tage-Überprüfung festgelegt
- passende Regeln für den Familien-Handyvertrag vorbereitet
1. Seid ihr bereit?
Nicht nur das Alter entscheidet. Wichtig ist auch, ob das Kind versteht, dass Inhalte gespeichert, weitergeleitet und öffentlich sichtbar werden können — und ob die Erwachsenen bereit sind, den Einstieg zu begleiten.
Wenn mehrere Antworten noch „Noch nicht“ lauten, kann es sinnvoll sein, zunächst gemeinsam Inhalte anzusehen, ein beaufsichtigtes Konto zu nutzen oder den Start aufzuschieben. Das ist keine Diagnose — nur eine Orientierung.
2. Die Plattform bewusst auswählen
Nicht jede Plattform funktioniert gleich. Einige konzentrieren sich auf Videos, andere auf private Nachrichten, Bilder, Livestreams, Gruppen oder öffentliche Reichweite.
- Was möchte das Kind auf der Plattform tun?
- Welche Freunde nutzen sie?
- Gibt es private Nachrichten?
- Können Fremde Kontakt aufnehmen?
- Sind Inhalte öffentlich?
- Gibt es Livestreams?
- Gibt es Käufe oder Abos?
- Gibt es offizielle Familien- oder Aufsichtsfunktionen?
- Passt die Plattform zur bisherigen digitalen Erfahrung des Kindes?
Video und Unterhaltung
Kurze Videos, Empfehlungsfeeds, Challenges und Livestreams.
TikTok, YouTube, YouTube Kids
Fotos und soziale Profile
Profile, Stories, Markierungen, Direktnachrichten und Sichtbarkeit.
Instagram, Snapchat
Chats und Gemeinschaften
Nachrichten, Gruppen, Voice-Chats und unbekannte Kontakte.
WhatsApp, Discord
Gaming-nahe Plattformen
Freundeslisten, Voice-Chat, Käufe und Kontakte in Spielen.
Roblox, Fortnite, Discord
3. Alter und Kontomodell prüfen
Prüft die aktuelle offizielle Altersgrenze der Plattform und die Bedingungen, die in eurem Land gelten. Eine Altersgrenze bedeutet nicht automatisch, dass die Plattform für jedes Kind dieses Alters geeignet ist.
4. Profil sicher einrichten
Ein Profilbild, Benutzername und Bio verraten oft mehr, als Familien zuerst denken. Beginnt möglichst privat und sparsam.
- Benutzername ohne echte Adresse, Schule oder Telefonnummer
- Profilbild ohne eindeutige Erkennungsmerkmale der Wohnung oder Schule
- Bio kurz halten — keine privaten Details
- Wiederherstellung und Zwei-Faktor-Authentifizierung prüfen
- Passwort einzigartig und nicht mit Freunden teilen
Gesprächsimpuls: „Welche Informationen über dich sollen Fremde wirklich sehen können?“
5. Nachrichten und neue Kontakte
Direktnachrichten sind oft der riskanteste Teil. Legt fest, wer schreiben darf — und was bei unbekannten Kontakten gilt.
- Nachrichten von Unbekannten einschränken oder filtern
- Freundschafts- und Gruppenanfragen gemeinsam prüfen
- Keine privaten Bilder an unbekannte Personen senden
- Bestätigungscodes niemals weitergeben
- Blockieren und Melden gemeinsam ausprobieren
Warnsignale in Nachrichten
- jemand verlangt Geheimhaltung vor den Eltern
- jemand bietet Geschenke, Geld oder „besondere Hilfe“
- jemand fragt nach privaten Bildern
- jemand möchte schnell auf eine andere Plattform wechseln
- jemand schlägt ein Treffen vor oder macht Druck
Gesprächsimpuls: „Was würdest du tun, wenn jemand schreibt, den du nicht kennst?“
6. Sichtbarkeit und Entdeckbarkeit
Öffentliche Profile und Empfehlungsfunktionen machen Kontakte und Inhalte sichtbar für Menschen außerhalb des Freundeskreises.
Gesprächsimpuls: „Wer darf dein Profil finden — und wer nicht?“
7. Posts, Stories und Challenges
Bevor etwas online geht: kurz innehalten. Was einmal geteilt wurde, kann gespeichert, weitergeleitet oder aus dem Kontext gerissen werden.
Gesprächsimpuls: „Würde es dich stören, wenn das in einem Jahr noch online ist?“
8. Standort nur bewusst teilen
Standortfunktionen sind praktisch — und sensibel. Live-Standort, Karten und eingebettete Metadaten gehören zu den Einstellungen, die Familien oft übersehen.
- Live-Standort nur kurz, nur mit vertrauten Personen
- Geräteberechtigung möglichst „Beim Nutzen der App“
- Kartenfunktionen (z. B. Snap Map) verstehen und ggf. Ghost Mode nutzen
- Ortsmarkierungen in Posts und Stories bewusst entscheiden
Gesprächsimpuls: „Wann hilft Standortteilen wirklich — und wann ist es unnötig?“
9. Wohlbefinden und Druck erkennen
Social Media kann verbinden — und vergleichen, unter Druck setzen oder den Schlaf stören. Beobachtet Wirkung, nicht nur Minuten.
- Benachrichtigungen begrenzen, besonders nachts
- Pausen und handyfreie Zeiten vereinbaren
- Über Likes, Streaks und Vergleichsdruck sprechen
- Bei starker Stimmungsänderung nach dem Scrollen nachfragen
Mögliche Warnsignale
- Schlafprobleme oder heimliche Nachtnutzung
- starker Rückzug von Freunden oder Hobbys
- Angst, Benachrichtigungen zu verpassen
- wiederholte unangenehme Kontakte oder Mobbing
- Kaufdruck, Challenges oder riskante Trends
- Geheimhaltung und plötzliche Abwehr bei Fragen
Gesprächsimpuls: „Wie fühlst du dich meistens, nachdem du die App genutzt hast?“
10. Blockieren, melden und Hilfe holen
Kind und Eltern sollten wissen, wo Blockieren und Melden sind, wie nützliche Hinweise gesichert werden und wann eine Vertrauensperson oder professionelle Hilfe nötig ist. Ein Sicherheits-Check ist erst abgeschlossen, wenn Kind und Eltern wissen, wie Hilfe geholt wird.
- Wenn du uns etwas Schwieriges zeigst, hören wir zuerst zu.
- Wir bestrafen dich nicht automatisch mit Account-Sperre.
- Wir helfen beim Blockieren, Melden und bei weiteren Schritten.
Gemeinsam finden
Übt die wichtigsten Wege einmal gemeinsam. So weiß das Kind, wo Privatsphäre, Blockieren und Melden sind — bevor etwas passiert.
Menünamen können sich ändern. Bei Unsicherheit den App-Sicherheitsguide und die offizielle Hilfe der Plattform nutzen.
Sofort Hilfe holen bei
- Drohungen oder Erpressung
- sexuelle Anfragen oder intime Bilder
- erzwungenes Treffen oder Stalking
- starkes Leid oder Selbstverletzungs-/Suizid-Hinweise
- akuter Gefahr für Leib und Leben — Notruf
- ruhig bleiben und zuhören
- Beweise sichern (Nachrichten, Nutzername, Datum) — ohne unnötig sensible Bilder weiterzuleiten
- blockieren und melden
- Passwort ändern, wenn ein Konto gefährdet scheint
- Hilfe-Linien oder offizielle Meldestellen nutzen
- bei akuter Gefahr Notruf kontaktieren
11. Eure Social-Media-Regeln
Wählt Regeln, die ihr wirklich einhalten wollt. Details und Ausnahmen könnt ihr im Familien-Handyvertrag festhalten.
12. Nach 30 Tagen gemeinsam prüfen
Die erste Überprüfung sollte nach ungefähr 30 Tagen stattfinden. Danach empfiehlt sich ein gemeinsamer Check alle drei bis sechs Monate oder wenn die Plattform wichtige Funktionen ändert.
Ein Rückblick ist kein Verhör. Fragt zuerst, was gut läuft — und erst dann, was geändert werden sollte.
Euer Social-Media-Startplan
- Bereitschaft
- Bereit mit Bedingungen
- Gewählte Plattform
- —
- Kontomodell
- —
- Rückblick
- 2026-09-02
Nächste Schritte
- Priorität 1: Plattform und Kontomodell festlegen
- Priorität 2: Profil privat und sparsam einrichten
Gespräch
- Privatsphäre
- Unbekannte Kontakte
- Was tun, wenn etwas schiefläuft
0 / 7 Einstellungsbereiche als erledigt markiert
Jetzt die Plattform richtig einrichten
Öffnet den passenden App-Sicherheitsguide und prüft die aktuellen Einstellungen Schritt für Schritt.
App-Sicherheitsguide öffnenDort findet ihr detaillierte Einstellungen, Blockieren/Melden und offizielle Quellen.
Gemeinsame Regeln festhalten
Im Familien-Handyvertrag könnt ihr eure Regeln für Kontakte, Posts, Käufe, Bildschirmzeit, Privatsphäre und Hilfeholen verbindlich festhalten.
Verwandte Ressourcen
App-Sicherheitsguides
Privatsphäre, Nachrichten, Kontakte, Käufe und Familienfunktionen — Schritt für Schritt für die wichtigsten Apps erklärt.
Familien-Handyvertrag
Ein gemeinsames Versprechen — keine Strafe. Regeln gelten für alle. Klarheit, Vertrauen, sichere Gewohnheiten.
Privacy Check-Up
Kurzer Check für Profile, Nachrichten, Standort und Gerätezugriff — kein Sicherheitsgarantie-Siegel.
Passwort- und Kontosicherheit
Starke Passphrasen, sichere Wiederherstellung, Zwei-Faktor-Schutz — und ein klarer Plan für den Notfall.
Gesprächsleitfäden
Wie beginnen, was fragen, was vermeiden — und wie ihr auf Wut, Schweigen oder Scham reagiert.
Unbekannter Kontakt
Private Informationen schützen, Warnsignale erkennen und rechtzeitig Hilfe holen.
Cybermobbing
Sofort-Schritte für Kinder und Jugendliche — und ruhige, klare Hilfe für Eltern.
Bildschirmzeit ohne Machtkampf
Versteht, wo Konflikte entstehen — und legt danach im Familien-Handyvertrag klare Regeln fest.
Plattformfunktionen, Altersanforderungen und Menünamen können sich ändern. Prüft bei Abweichungen die verlinkten offiziellen Informationen der Plattform.
Dieser Guide bietet allgemeine Bildungs- und Organisationshilfe. Er ist keine Sicherheitsgarantie und ersetzt keine professionelle Rechts-, psychologische oder Notfallberatung.
